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      Katze impfen

Grundsätzliches

Gesunde Katzenfühlen sich wohlJede Impfung besteht aus der sogenannten Grundimmunisierung und den ein- bis dreijährlichen Auffrischungsimpfungen.
Eine Grundimmunisierung besteht aus 2 Teilimpfungen im Abstand von 3-4 Wochen und einer weiteren maximal 12 Monate später. Sie hat zum Ziel im Körper eine Art Gedächtnis hervorzurufen, das für einen Zeitraum von mindestens einem Jahr und je nach Impfstoff auch mehreren Jahren anhält. Die erste Auffrischungsimpfung sollten daher maximal 14 Monate später stattfinden, da dieser Effekt sonst verloren gehen kann und eine neuerliche Grundimmunisierung nötig ist.

Damit Sie die Auffrischungsimpfung nicht vergessen, haben wir für Sie einen kostenlosen Impferinnerungsservice eingerichtet. Sie werden dann zukünftig per Email von uns an anstehende Impfungen erinnert.

Nicht jede Katze benötigt jede Impfung. Sie müssen sich überlegen, ob die Katze eine reine Wohnungskatze sein wird, oder ob Sie raus darf.
Was machen Sie im Urlaub? Nehmen Sie Ihren Liebling mit, kommt sie in eine Pension oder lassen Sie sie von Nachbarn pflegen. Selbst das Alter Ihrer Katze ist für einige Impfungen entscheidend. Aus jeder Variation können unterschiedliche Impfansprüche entstehen.
Wir beraten Sie eingehend, damit keine Über- oder Unterimpfung entsteht.

Der Erfolg einer Schutzimpfung hängt von folgenden Voraussetzungen ab:

  • Nur gesunde Katzen dürfen geimpft werden
  • Parasitenfreiheit, d.h. vorhergehende Entwurmung und Entflohung
  • Vermeidung von Stress wie z.B. Besitzer- oder Ortswechsel
  • Einhaltung der Impfintervalle

Die angeführten Impfschemata sind eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StiKo Vet) und stellen eine Richtlinie dar.
Sie können jedoch von Ihrer Tierärztin einen individuellen Impfplan erstellen lassen.

Sämtliche Impfstoffe liegen in Form von Kombinationsimpfstoffen vor, d.h. mit wenigen Stichen kann gegen viele Krankheiten geimpft werden. Somit wird das notwendige „Übel“ Impfung nicht zur Qual.

Grundimmunisierung

Als Grundimmunisierung der Welpen gelten alle Impfungen in den ersten beiden Lebensjahren.

08. Lebenswoche Impfung gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche, Leukose(1)
12. Lebenswoche Impfung gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche, Tollwut(2), Leukose(1)
16. Lebenswoche Impfung gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche
15. Lebensmonat Impfung gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche, Tollwut(2), Leukose(1)

(1) Nur für Freigänger. Maximal bis zum 12. Lebensjahr
(2) Nur für Freigänger und/oder reisende Katzen

Impfschema erwachsene Katzen

  • Impfung gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche, Tollwut(2), Leukose(1)
  • 3-4 Wochen später Wiederholung der gleichen Impfung
  • danach Auffrischung alle ein bis drei Jahre, je nach Impfstoff und Infektionsdruck

(1) Nur für Freigänger. Maximal bis zum 12. Lebensjahr
(2) Nur für Freigänger und/oder reisende Katzen

Die Entwurmung

Warum entwurme ich meine Katze?
Regelmäßige Entwurmung ist eine hygienische Pflicht, um sowohl die Katze als auch den Menschen vor einer möglichen Ansteckung zu schützen.
Die Entwurmung ist aber keine Impfung. Sie schützt nicht über einen gewissen Zeitraum vor Neubefall. Sie tötet nur den aktuellen Befall ab. Geht Ihr Liebling morgen wieder raus, kann er sich erneut Würmer holen.

Wie erfolgt die Übertragung von Würmern?
Saugwelpen werden bereits über die Muttermilch mit Spulwürmern infiziert. Die vorwiegende Übertragung erfolgt durch die Ausscheidung von Wurmeiern mit dem Kot, die sich in der Umgebung zu infektionsfähigen Larven entwickeln. Diese gelangen dann über die Maulhöhle in den Magen-Darmtrakt unserer Haustiere. Weiterhin ist ein Befall durch den Verzehr von rohem Fleisch oder auch Fliegen möglich.
Larven von Hakenwürmern sind sogar in der Lage die gesunde Haut der Katze zu durchdringen.
Bandwürmer hingegen geben einzelne Glieder ab, die im eingetrockneten Zustand einem Reiskorn gleichen. Diese müssen aber erst von einem Floh oder einem Nagetier aufgenommen werden, um für die Katze ansteckend zu werden. Daher geht eine wirksame Bandwurmvorbeuge mit einer regelmäßigen Flohbekämpfung Hand in Hand.

Wann entwurmen?
Würmer wollen im Wirt bleiben. Das bedeutet, dass Sie in der Regel keine Würmer im Kot entdeken. Die Ausnahme sind Bandwürmer, von denen gelegentlich reiskorngroße Eipakete ausgeschieden werden, die dann in der Nähe der Afterregion im Fell entdeckt werden können. Weil die sich anfangs noch bewegen, kitzeln sie und werden auch schnell wieder weggeputzt. Damit reihen sich dann in den Vermehrungszyklus des Bandwurms ein.
Ansonsten werden vom Wirt nur die Wurmeier über den Kot ausgeschieden. Diese kann man mit dem blosen Auge nicht sehen. Hier gibt es mikroskopische Verfahren, um die Parasiten zu entlarven. Da die Parasiten sich aber nicht täglich, sondern zyklisch vermehren, muss mindestens Sammelkot von drei Tagen untersucht werden.
Weiterhin gibt es ein neues Verfahren, dass im Kot die Stoffwechselprodukte der Parasiten nachweisen kann. Hier reicht Kot von einem Tag. Allerdings kann hiermit der Bandwurm nicht nachgewisen werden.

Eine prophylaktische Entwurmung kann daher aus verschiedenen Gründen vorgenommen werden:

  • Bei gleicher Ernährung nimmt das Tier ab
  • Struppiges, stumpfes Fell
  • Wurmglieder im Fell entdeckt
  • Würmer im Kot oder im Erbrochenen gesehen
  • Wechselnder Stuhl, Durchfall, Blähungen, aufgeblähter Bauch oder häufiges Erbrechen
  • „Schlitten fahren“ (mit dem Po über den Teppich rutschen)
  • Husten, schwere oder schnelle Atmung, Kraftlosigkeit oder Kreislaufzusammenbrüche

Die Entwurmung schadet nur dem Wurm, nicht der Katze.

So entwurmen Sie Ihre Katze richtig:

Muttertiere: 10 Tage vor der Geburt
Welpen ab dem 14. Lebenstag: Alle 2 Wochen bis zum Absetzen der Welpen gemeinsam mit der Mutter. Dann noch 2 mal.
Alle Katzen ansonsten Nach diesem Entwurmungsschema

Sowie 14 Tage vor jeder Schutzimpfung
Variationen der Darreichung bei der Nutzung unterschiedlicher Präparate sind möglich. Folgen Sie den Anweisungen Ihrer Tierärztin.
Interessant:
Nematoden
Bandwürmer
Giardien

Die Krankheiten

Was ist Katzenschnupfen?
Ist ein Sammelbegriff für eine durch verschiedene Erreger hervorgerufene Atemwegserkrankung. Typisch ist der eitrige Augen- bzw. Nasenausfluss. Die Tiere niesen und husten. Sie fressen nicht, entweder durch Fieber, manchmal entwickeln sich auch Geschwüre auf der Zunge. Um dieser in manchen Fällen nicht ausheilbaren Erkrankung vorzubeugen, ist eine Impfung unbedingt angeraten (siehe Impfplan Katze).

Was ist Katzenseuche oder Panleukopenie?
Dabei handelt es sich um eine hochansteckende Viruserkrankung der Katze, die gerade bei jungen Kätzchen sehr oft tödlich endet. Die Krankheit beginnt meist mit Erbrechen und hochgradigem Fieber, danach stellt sich meist unstillbarer Durchfall ein. Dieses Virus ist besonders gefährlich, da es äußerst widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse ist. Verseuchte Gegenstände können bis zu einem Jahr infektiös bleiben! Daher kann selbst der Mensch als indirekter Überträger fungieren. Schutz kann nur durch Impfung erreicht werden (siehe Impfplan Katze).

Was ist Leukose?
Leukose ist eine mittlerweile bei uns sehr weit verbreitete Viruserkrankung, die durch direkten Kontakt mit erkrankten Katzen übertragen wird. Besonders tückisch ist, dass infizierte Katzen jahrelang gesund erscheinen. Deshalb sollte man vor der ersten Impfung einen Leukosetest durchführen. Die Symptome dieser Erkrankung sind sehr vielfältig, doch häufig kommt es zu einer Blutarmut oder einer Tumorerkrankung. Heilung ist keine möglich, daher steht auch hier die Vorsorge im Vordergrund (siehe Impfplan Katze).

Was ist Tollwut
Die schlimmste aller Viruserkrankungen ließ sich bisher nicht ausrotten oder eindämmen.
Anzeichen: abnormes Verhalten, Beißwut, Lähmungen und Krämpfe, Schluckbeschwerden.
Die Schutzimpfung der Katze ist besonders wichtig, da so die Übertragungskette vom erkrankten Wildtier auf den Menschen unterbrochen wird. In Tollwutsperrbezirken ist die Impfung für die Katze unter Umständen lebensrettend, da frei laufende Katzen als tollwutverdächtig getötet werden können, wenn sie nicht die Tollwutimpfmarke mit der Jahreszahl der letzten Impfung am Halsband tragen.

Gibt es noch Tollwut in Deutschland?
Die Säugetiertollwut gilt in Deutschland als ausgerottet. Die Fledermaustollwut nicht. Die Fledermaustollwut ist ansteckend für Säugetiere. Eine geschwächte, am Boden krabbelnde Fledermaus ist ein prima Spielzeug für Katzen und Hunde und somit ein nicht zu unterschätzender Infektionsquell.
Weiterhin werden immer mehr Haustiere aus dem Ausland nach Deutschland „geschmuggelt“. In den meisten Ländern dieser Welt ist die Tollwut weiterhin ein ernstzunehmendes Problem. Besteht der Verdacht, dass Ihr Tier mit einem tollwütigen Tier Kontakt hatte, wird der Tollwuttiter im Blut gemessen. Dieser gibt Informationen über die durch Impfungen erreichte Immunität des Tieres gegen Tollwut.
Ist der Titer z.B. durch nicht- oder zu seltenes Impfen zu niedrig, gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Ihr Tier wird sofort eingeschläfert.
  2. Ihr Tier kommt 6 Monate in totale Quarantäne.

Was geschieht liegt im Ermessen des Sachbearbeiters. Nicht selten wird die Einschläferung als die „tierfreundlichere“ Variante vorgezogen.
Ob eine Infektion vorgelegen hat, kann ansonsten nur am toten Tier nachgewiesen werden.

Interessant: Rabies – Bulletin – Europe, Das europäische Tollwut-Informations-System der Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) (englisch)

Was ist FIP?
Eine langsam verlaufende Viruserkrankung, die meist durch Gewichtsverlust und gleichzeitiger Umfangsvermehrung im Bauchbereich auffällt. Dies ist auf eine Bauchfellentzündung zurückzuführen. Auch Flüssigkeitsergüsse in den Brustkorb sind möglich. Nebenbei gibt es auch noch andere Verlaufsformen, wie Augenerkrankungen, zentralnervale Erkrankungen und Gelbsucht. Eine erfolgversprechende Therapie ist leider auch hier nicht anzubieten. Eine Schutzimpfung gegen diese Erkrankung ist möglich, wenn der Erfolg derzeit auch noch umstritten ist. Wir raten deshalb von dieser Impfung ab.