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      Hund impfen

Grundsätzliches

Gesunde Hunde fühlen sich wohl
Jede Impfung besteht aus der sogenannten Grundimmunisierung und den ein- bis dreijährlichen Auffrischungsimpfungen.
Eine Grundimmunisierung besteht aus mehreren Teilimpfungen in kurzen Abständen und einer weiteren maximal 12 Monate später. Sie hat zum Ziel im Körper eine Art Gedächtnis hervorzurufen, das für einen Zeitraum von ein bis drei Jahren anhält. Auffrischungsimpfungen sollten daher maximal 14 Monate später stattfinden, da dieser Effekt sonst verloren gehen kann und eine neuerliche Grundimmunisierung nötig ist.

Damit Sie die Auffrischungsimpfung nicht vergessen, haben wir für Sie einen kostenlosen Impferinnerungsservice eingerichtet. Sie werden dann zukünftig per Email von uns an anstehende Impfungen erinnert.

Der Erfolg einer Schutzimpfung hängt von folgenden Voraussetzungen ab:

  • Nur gesunde Hunde dürfen geimpft werden
  • Parasitenfreiheit, d.h. vorhergehende Entwurmung und Entflohung
  • Vermeidung von Stress wie z.B. Besitzer- oder Ortswechsel
  • Einhaltung der Impfintervalle

Die angeführten Impfschemata sind eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StiKo Vet) und stellen eine Richtlinie dar.
Sie können jedoch von Ihrer Tierärztin einen individuellen Impfplan erstellen lassen.

Sämtliche Impfstoffe liegen in Form von Kombinationsimpfstoffen vor, d.h. mit wenigen Stichen kann gegen viele Krankheiten geimpft werden. Somit wird das notwendige „Übel“ Impfung nicht zur Qual.

Grundimmunisierung

Als Grundimmunisierung der Welpen gelten alle Impfungen in den ersten beiden Lebensjahren.

8. Lebenswoche Impfung gegen Parvovirose, Hundestaupe, Hepatitis, Leptospirose
12. Lebenswoche Impfung gegen Parvovirose, Hundestaupe, Hepatitis, Leptospirose und Tollwut
16. Lebenswoche Impfung gegen Parvovirose, Hundestaupe, Hepatitis,
15. Lebensmonat Impfung gegen Parvovirose, Hundestaupe, Hepatitis, Leptospirose und Tollwut

Impfschema erwachsene Hunde

Weitere Impfungen

Schutzimpfung vor Leishmaniose
Die Leishmaniose ist eine sogenannte Mittelmeerkrankheit – vor allem also in subtropischen Gefielden beheimatet, wird aber inzwischen auch schon in Süddeutschland beobachtet. Sie wird durch Mücken übertragen und endet in der Regel tödlich. Sie ist auf den Menschen übertragbar.
Wer mit seinem Hund also hier hin reisen möchte oder vielleicht sogar in den Gefahrenzonen lebt, sollte eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen treffen. Eine davon ist die relativ neue Impfung gegen die Leishmaniose.

Grundimmunisierung
Sie besteht aus drei Impfungen ab einem Alter von sechs Monaten und mit einem Abstand von drei Wochen.

Auffrischung
Ein mal jährlich. Die Leishmaniose darf nicht mit den anderen Impfungen zusammen geimpft werden.

Weiter Maßnahmen zur Reisekrankheitenprophylaxe sind zwingend notwendig. Lassen Sie sich von uns beraten!
Hunde mit einer aktiven Leishmaniose dürfen nicht geimpft werden. Bei Verdacht ist eine Blutuntersuchung vorher dringend angeraten.

Unsere klare Empfehlung ist, den Hund nicht mit in diese Gebiete zu nehmen. Es gibt etliche „Reisekrankheiten“, gegen die nicht geimpft werden kann und an denen Sie Ihren Liebling verlieren können.

Impfstoff gegen Leishmaniose haben wir nicht jederzeit vorrätig, können sie aber kurzfristig bestellen.

Interessant: Leishmaniose
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. Welche Krankheiten gibt es im Ausland und wie bereite ich meinen Hund darauf vor. Auch als App fürs Smartphone


Schutzimpfung vor Borreliose
Weiter steht beim Hund die Schutzimpfung gegen Borreliose zur Verfügung. In Europa gibt es 5 verschiedene Borreliose-Stämme. Der Impfstoff schützt jedoch nur gegen Borrelia burgdorferi.
Der beste Schutz gegen alle Borreliose-Stämme bleibt die Vorsorge (Anti-Zecken-Mittel alle drei Wochen bis drei Monate – je nach Mittel) und das regelmäßige, tägliche Absuchen des Tieres nach Zecken. Die Übertragung der Borreliose findet i.d.R. nicht in den ersten 24h statt.

Grundimmunisierung:

  1. Impfung ab der 12. Lebenswoche
  2. Impfung 3-5 Wochen später

Auffrischung:
Ein mal jährlich vor der risikoreichen Saison, am besten zwischen Oktober und März.
Bei hohem Infektionsrisiko sollte Ihr Hund alle 6 Monate geimpft werden.

Wir impfen nicht standartmäßig gegen Borreliose, da wir den Wirkungsgrad für unzureichend halten. Wir empfehlen die Vorsorge! Wünschen Sie trotzdem die Impfung, können wir sie mit etwas Vorlauf besorgen.
Die Borrelioseimpfung ist kein Schutz vor Zecken, sondern nur gegen die Übertragung eines (von fünfen) Borreliose-Stamms. Zeckenbefall wird weiterhin stattfinden.


Interessant:
Zecken
Zeckenbiss, Zeckenentfernung
Flöhe, Flohbefall, Flohprophylaxe

Die Entwurmung

Warum entwurme ich meinen Hund?
Regelmäßige Entwurmung ist eine hygienische Pflicht, um sowohl den Hund als auch den Menschen vor einer möglichen Ansteckung zu schützen.
Die Entwurmung ist aber keine Impfung. Sie schützt nicht über einen gewissen Zeitraum vor Neubefall. Sie tötet nur den aktuellen Befall ab. Geht Ihr Liebling morgen wieder raus, kann er sich erneut Würmer holen.

Wie erfolgt die Übertragung von Würmern?
Saugwelpen werden bereits über die Muttermilch mit Spulwürmern infiziert. Die vorwiegende Übertragung erfolgt durch die Ausscheidung von Wurmeiern mit dem Kot, die sich in der Umgebung zu infektionsfähigen Larven entwickeln. Diese gelangen dann über die Maulhöhle in den Magen-Darmtrakt unserer Haustiere. Weiterhin ist ein Befall durch den Verzehr von rohem Fleisch oder auch Fliegen möglich.
Larven von Hakenwürmern sind sogar in der Lage die gesunde Haut des Hundes zu durchdringen.
Bandwürmer hingegen geben einzelne Glieder ab, die im eingetrockneten Zustand einem Reiskorn gleichen. Diese müssen aber erst von einem Floh oder einem Nagetier aufgenommen werden, um für den Hund ansteckend zu werden. Daher geht eine wirksame Bandwurmvorbeuge mit einer regelmäßigen Flohbekämpfung Hand in Hand.

Wann entwurmen?
Würmer wollen im Wirt bleiben. Das bedeutet, dass Sie in der Regel keine Würmer im Kot entdeken. Die Ausnahme sind Bandwürmer, von denen gelegentlich reiskorngroße Eipakete ausgeschieden werden, die dann in der Nähe der Afterregion im Fell entdeckt werden können. Weil die sich bewegen, kitzeln sie und werden auch schnell wieder weggeputzt. Damit reihen sich dann in den Vermehrungszyklus des Bandwurms ein.
Ansonsten werden vom Wirt nur die Wurmeier über den Kot ausgeschieden. Diese kann man mit dem blosen Auge nicht sehen. Hier gibt es mikroskopische Verfahren, um die Parasiten zu entlarven. Da die Parasiten sich aber nicht täglich, sondern zyklisch vermehren, muss mindestens Sammelkot von drei Tagen untersucht werden.
Weiterhin gibt es ein neues Verfahren, dass im Kot die Stoffwechselprodukte der Parasiten nachweisen kann. Hier reicht Kot von einem Tag. Allerdings kann hiermit der Bandwurm nicht nachgewisen werden.

Eine prophylaktische Entwurmung kann daher aus verschiedenen Gründen vorgenommen werden:

  • Bei gleicher Ernährung nimmt das Tier ab
  • Struppiges, stumpfes Fell
  • Wurmglieder im Fell entdeckt
  • Würmer im Kot oder im Erbrochenen gesehen
  • Wechselnder Stuhl, Durchfall, Blähungen, aufgeblähter Bauch oder häufiges Erbrechen
  • „Schlitten fahren“ (mit dem Po über den Teppich rutschen)
  • Husten, schwere oder schnelle Atmung, Kraftlosigkeit oder Kreislaufzusammenbrüche

Die Entwurmung schadet nur dem Wurm, nicht dem Hund.

So entwurmen Sie Ihren Hund richtig:

Muttertiere: 10 Tage vor der Geburt
Welpen ab dem 14. Lebenstag: Alle 2 Wochen bis zum Absetzen der Welpen gemeinsam mit der Mutter. Dann noch 2 mal.
Alle Hunde ansonsten Nach diesem Entwurmungsschema

Sowie 14 Tage vor jeder Schutzimpfung
Variationen der Darreichung bei der Nutzung unterschiedlicher Präparate sind möglich. Folgen Sie den Anweisungen Ihrer Tierärztin.
Interessant:
Nematoden
Bandwürmer
Giardien

Die Krankheiten

Was ist Parvovirose
Eine Viruserkrankung, die häufig auf Ausstellungen, wo viele Hunde zusammen sind, übertragen wird. Anzeichen: plötzlich auftretender, blutiger Durchfall, starkes Erbrechen, das ebenfalls blutig werden kann. Der Hund wird apathisch, verweigert die Nahrungsaufnahme und leidet unter starkem Flüssigkeitsmangel.
Der Erreger, das Parvio-Virus, wird von erkrankten Tieren massenhaft mit dem Kot ausgeschieden und ist in der Ausßenwelt sehr lange lebensfähig (bis zu 6 Monate!). Typische Ansteckungsquellen sind mit Kot beschmutztes Futter, Gegenstände und Kleidung.


Was ist Tollwut
Die schlimmste aller Viruserkrankungen ließ sich bisher nicht ausrotten oder eindämmen.
Anzeichen: abnormes Verhalten, Beißwut, Lähmungen und Krämpfe, Schluckbeschwerden.
Die Schutzimpfung der Hunde ist besonders wichtig, da so die Übertragungskette vom erkrankten Wildtier auf den Menschen unterbrochen wird. In Tollwutsperrbezirken ist die Impfung für den Hund unter Umständen lebensrettend, da frei laufende Hunde als tollwutverdächtig getötet werden können, wenn sie nicht die Tollwutimpfmarke mit der Jahreszahl der letzten Impfung am Halsband tragen.

Gibt es noch Tollwut in Deutschland?
Die Säugetiertollwut gilt in Deutschland als ausgerottet. Die Fledermaustollwut nicht. Die Fledermaustollwut ist ansteckend für Säugetiere. Eine geschwächte, am Boden krabbelnde Fledermaus ist ein prima Spielzeug für Katzen und Hunde und somit ein nicht zu unterschätzender Infektionsquell.
Weiterhin werden immer mehr Haustiere aus dem Ausland nach Deutschland „geschmuggelt“. In den meisten Ländern dieser Welt ist die Tollwut weiterhin ein ernstzunehmendes Problem. Besteht der Verdacht, dass Ihr Tier mit einem tollwütigen Tier Kontakt hatte, wird der Tollwuttiter im Blut gemessen. Dieser gibt Informationen über die durch Impfungen erreichte Immunität des Tieres gegen Tollwut.
Ist der Titer z.B. durch nicht- oder zu seltenes Impfen zu niedrig, gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Ihr Tier wird sofort eingeschläfert.
2. Ihr Tier kommt 6 Monate in totale Quarantäne.
Was geschieht liegt im Ermessen des Sachbearbeiters. Nicht selten wird die Einschläferung als die „tierfreundlichere“ Variante vorgezogen.
Ob eine Infektion vorgelegen hat, kann ansonsten nur am toten Tier nachgewiesen werden.

Interessant: Rabies – Bulletin – Europe, Das europäische Tollwut-Informations-System der Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) (englisch)


Was ist Staupe
Es handelt sich dabei um eine Virusinfektion, die 2 bis 7 Tage nach der Ansteckung ausbricht. Da das Virus in der Außenwelt einige Zeit bestehen kann (bis zu 6 Monate), ist nicht nur eine Übertragung von Hund zu Hund möglich, sondern auch indirekt über den Menschen. Besonders empfindlich sind Junghunde.
Von den Symptomen her unterscheidet man mehrere Verlaufsformen. Bei der Darmstaupe kommt es zu Fieber, Durchfall und Erbrechen. Die Lungenform geht mit einer Entzündung des oberen Atemtraktes einher und in der Folge kommt es auch zu einer Lungenentzündung. Die nervale Form (Symptome wie Krämpfen, Lähmungen, etc.) nimmt in der Regel den ungünstigsten Verlauf.
Die Staupe ist keine reine Welpenkrankheit. Durch systematische Impfung wurde sie stark zurückgedrängt, ist aber nicht verschwunden.


Was ist Hepatitis contagiosa canis (HCC)
Eine durch Viren hervorgerufene, ansteckende Leberentzündung.
Die Übertragung erfolgt über den Kontakt mit anderen Hunden oder an durch Kontakt zu Körperausscheidungen (Kot, Urin, Speichel) anderer Hunde.
Einige Tage nach der Ansteckung zeigt sich Müdigkeit, vermehrter Durst und Appetitverlust. In der Folge treten Bauchschmerzen auf. Die Hunde werden sehr berührungsempfindlich!
Bei Welpen verläuft die Erkrankung zumeist tödlich.


Leptospirose
Eine bakterielle Infektion, die hauptsächlich durch Nagetiere übertragen wird. Die Erreger werden über Kot und Urin ausgeschieden und reichern sich in stehenden Oberflächengewässern an (Pfützen, Teiche, Seen). Die Tiere werden matt, haben Fieber, bekommen Durchfall und Gelbsucht. Manchmal wirkt es wie ein grippaler Infekt, es kann aber auch über ein fulminantes Leber- und Nierenversagen tödlich ausgehen.
Die Leptospirose ist eine Zoonose. Das bedeutet, dass sie auch für Menschen ansteckend ist.


Was ist Zwingerhusten
Bei Zwingerhusten handelt es sich um eine Infektionskrankheit. Er ist also ansteckend. Erreger sind Viren (z.B. Parainfluenza, canines Adenovirus2, teilweise Herpes Virus canis und auch das menschliche Grippevirus A2) und manche Bakterien und Bakterienverwandte (Bordetella, Mykoplasma).
Die Übertragung der Erreger geschieht durch Tröpfcheninfektion, das heißt: Der Erkrankte niest oder hustet den Erreger aus und dieser wird durch den Luftstrom zum nächsten „Opfer“ getragen.
Einige Tage (zwischen 3 und 14) nach der Ansteckung treten Atembeschwerden, Husten und Nasenausfluss auf. Der Husten kommt schlagartig und ist oft mit einem Würgereiz bzw. Erbrechen von weißem Schleim verbunden. Der Nasenausfluss ist zu Beginn meist klar, kann aber auch eitrig werden.
Menschen mit Grippe können ihre Hunde anstecken – umgekehrt aber nicht !


Was ist Parainfluenza
Der Parainfluenza-Virus löst eine influenza-ähnliche Erkrankung aus, die sich als trockener, sehr heftiger Husten zeigt.
Diese Viren spielen im Zwingerhustenkomplex eine Hauptrolle.


Was ist Leishmaniose
Leishmaniose ist eine parasitäre Infektionserkrankung, die sowohl beim Tier als auch beim Mensch vorkommen kann. Sie wird über die Sand- oder Schmetterlingsmücke übertragen und kommt in wärmeren Regionen bis nach Süddeutschland vor. Als Zoonose ist sie vom Hund auf den Menschen und umgekehrt übertragbar.

Typische Symptome beim Hund sind Haarausfall, angeschwollene Lymphknoten, empfindlicher Bauchbereich, nicht juckende Hautausschläge mit schuppigen Stellen, Veränderungen an den Schleimhäuten. Meist treten diese Stellen auf dem Nasenrücken, den Ohrenspitzen oder auch im Bereich der Augen (Brillenbildung) auf. Diese partielle Veränderung kann den gesamten Hund betreffen und wenn die eigenen Antikörper nicht mehr greifen, kann noch Nasenbluten, starker Krallenwuchs und mit Blut gemischter Kot auftreten.
Meistens endet diese Krankheit mit dem frühzeitigen Tod.