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       Information zu den Kosten

Die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) ist vom 28.07.1999. Es sind seit dem vom Gesetzgeber keine Anpassungen der Kosten an den einzelnen Punkten vorgenommen worden. Sie wurde nur hin und wieder um Punkte ergänzt (zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 10. Februar 2020 (BGBl. I S. 158 – pdf-Datei)).

Wäre dieser sogenannte einfache Satz der Gebührenordnung seit 1999 fix, hätten Geschäftsinhaber von Kliniken und Praxen keine Möglichkeiten auf Veränderungen von Kosten zu reagieren. Zu diesen Kosten gehören z.B. Mietsteigerungen, Erhöhung der Gehälter von Angestellten, Preisentwiklungen von Medikamenten, Verbrauchsmaterialien, Strom, Wasser etc…

Damit nicht jede Kostensteigerung ein Einkommensverlust des Inhabers ist, darf der Gebührensatz bis zum dreifachen des 1999 beschlossenen Satzes erhöht werden.

Weiterhin haben unterschiedliche Kliniken/Praxen unterschiedliche Kosten.
Die Mieten von Praxisräumen in München sind anders, als z.B. in Mecklenburg auf dem Land.
Ist der/die InhaberIn Einzelkämpfer hat er/sie weniger Kosten als jemand, der einen Stab an Mitarbeitern beschäftigt (Helfer, Laborassistenten, Empfangspersonal, Reinigungskraft, Hausmeister etc…). Auch wenn diese Menschen nicht unmittelbar Geld einbringen – also keine kranken Tiere behandeln – müssen sie trotzdem bezahlt werden.
Ein Landtierarzt, der von Kunde zu Kunde über die Landstraße fährt und immer auf den Höfen parken kann, muss seine Kilometer ganz anders berechnen, als ein Hausbesuchstierarzt in der Großstadt, der mit Berufsverkehr und Parkplatzmangel zu kämpfen hat.
Praxen mit einer technischen Minimalausstattung haben ganz andere Kosten als Praxen, die auf dem aktuellen Stand der Technik sind. Ein Röntgengerät verliert auch an Wert, wenn es nicht benutzt wird. Entsprechned muss jeder Kunde bei jedem Handgriff das Röntgengerät mitbezahlen… sozusagen als Beitrag dafür, dass es vorgehalten wird, falls es gebraucht wird.

Die Preise, die ein Inhaber also aufruft sind immer eine Mischkalkulation. Je nachdem was mitkalkuliert werden muss, variieren die Preise je Unternehmen bis zum dreifachen Satz.

Und wenn die Variationsbreite aus kaufmännischer Sicht nicht mehr ausreicht, wird von der Bundestierärztekammer eine neue Gebührenordnung geschrieben, vom Gesetzgeber genehmigt und die Sätze der einzelnen Praxen/Kliniken wieder angepasst.